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Umbau Geschäftshaus Aldenhoven, Köln

Das Einrichtungshaus Aldenhoven war ein fester Begriff im Köln der Nachkriegszeit und richtete, lange vor der Ankunft von IKEA & Co., von der Kölner Innenstadt aus die Wohnzimmer der Kölner Bürgerschaft ein. In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre erweiterte das Einrichtungshaus seine im sogenannten Industriehof auf der Krebsgasse vorhandenen Flächen um einen Neu- und Erweiterungsbau an der Ecke Hämergasse / Glockengasse. Mit der Aufgabe des Geschäftsbetriebes im  Dezember 2007 standen diese Flächen zur Disposition.

Entsprechend der örtlichen Mietnachfrage wurde der Umbau der Obergeschosse in Büroflächen und die Herstellung einer zusammenhängenden Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss beantragt. Die Baugenehmigung wurde im Juni 2008 erteilt, im November und Dezember 2008 wurden etwa 3.000 qm grundsanierte und modernisierte Fläche an den Verkehrsverbund Rhein Sieg und Naturata Naturkost übergeben.

Konzept

Am Anfang der Planung stand eine vollständige Bestandsaufnahme des Gebäudes. Anschließend wurde festgelegt, welche Teile des Ausbaus erhalten werden sollten: die Natursteinbekleidung der Straßenfassaden, die originalen Schaufenster mit den großen Messingrahmen, ein Treppenhaus mit dem für die Bauzeit typischen Belag aus Jura, eine große Ornamentglas-Lichtdecke mit Messingprofilen, welche nun den zentralen Rezeptionsbereich des VRS ziert. Andere Bestandteile des Gebäudes mussten als Folge der Nutzungsänderung weichen: ein zweites Treppenhaus, zahlreiche Zwischengeschossdecken, die meisten Wände im Erdgeschoss.

Die Lösung

Die umfänglichen Betonabbrucharbeiten, einschließlich der Herstellung neuer Deckenöffnungen für die neu einzubauenden Aufzüge, wurden zunächst als Betonschneidearbeiten geplant. Wegen der Notwendigkeit, an zahlreichen Stellen mit neuer an die alte Bewehrung anzuschließen, war diese Vorgehensweise jedoch nicht möglich. Alternativ wurde daraufhin die Möglichkeit des Abbruchs mit Hochdruck-Wasserstrahlgeräten untersucht. Es handelt sich hier um ein relativ neues Verfahren, mit dem sich die Bewehrung im Anschlussbereich erhalten lässt. Leider ist diese Technologie jedoch noch selten, teuer und deshalb auf Spezialfälle beschränkt. Letztlich blieb der konventionelle Abriss mit Handabbruchgerät die einzige Alternative. Für das Verständnis der Nachbarschaft und den Langmut, mit dem der resultierende Baulärm ertragen wurde, sind wir heute noch dankbar.

Nach Entkernung, Abriss und Umbau des Tragwerks wurde die gesamte Haustechnik erneuert; hierzu zählten eine neue Wärmeübergabestation für die Fernwärme, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die Verkaufsflächen und Splitkühlung für Verkaufsflächen und Besprechungsräume. Die Hoffassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen, alle Fenster der Obergeschosse wurden gegen hochwärmedämmende  Konstruktionen aus (FSC-zertifiziertem) Eukalyptusholz ausgetauscht.

Der umfängliche Eingriff in das Gebäude erforderte trotz der sorgfältigen Bestandserfassung den täglichen Abgleich der Ausführungsplanung mit den vorgefundenen Gegebenheiten. Resultierende Ausführungsänderungen waren durch die gebündelte Verantwortlichkeit für Projektleitung, Planung sowie Ausführungs-, Termin- und Kostenkontrolle schnell möglich und wurden in ihren Konsequenzen jederzeit überblickt. Die berechneten Baukosten konnten so exakt eingehalten werden.

 

 

Standort

Köln

Bauherr Gebäude Hans Aldenhoven GmbH & Co. KG
Bauherr Innenausbau

Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Naturata GmbH

Bauaufgabe Umbau, Sanierung
Leistungen Bösl + Eck Projektsteuerung in den
Projektstufen 1-5,
Handlungsbereiche A-D der AHO
für den Ausbau:
Leistungsphasen 1-8 HOAI
Ausschreibung Positionsweise nach Gewerken
Bauvertrag

Einheitspreisverträge gemäß VOB

Ausbau Kenndaten  
Mietfläche VRS 1.910 m²
Mietfläche Naturata

   875 m²

Planungs- und Bauzeit

September 2007 - November 2008

Projektbeteiligte  
Mitarbeiter Engin Esen, Peer Halfwassen,
Sophia Pachiadakis, Elinor Bartel
Tragwerksplanung Ingenieurbüro Pfau + Helwig, Köln
Brandschutzgutachter

BFT Cognos GmbH, Aachen

Fotograf © Bösl + Eck