Das neue Pflegeheim wurde als Ersatz für ein bestehendes Haus geplant, welches den heutigen bauaufsichtlichen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft eines bestehenden Seniorenheims des gleichen Trägers am Westhang des Quirlsberges in Bergisch Gladbach.
Um dem sich verändernden Bedarf nach Pflegeplätzen für die immer größer werdende Gruppe der Demenzkranken gerecht zu werden, ist das neue Haus speziell für Menschen mit Altersdemenz konzipiert.
In 7 Pflegewohngruppen leben jeweils bis zu 12 Bewohner. Die Wohngruppen schaffen einen vertrauten, häuslichen Rahmen und bieten den demenzkranken Menschen Sicherheit und Orientierung.
Das pflegerische Konzept orientiert sich an ihren persönlichen Gewohnheiten und Bedürfnissen und bietet ihnen, ausgehend von den verbliebenen Kompetenzen, die Möglichkeit, den eigenen Alltag zu bestimmen und zu gestalten.
Architektur
Das in den Hang des Quirlsberges eingebettete Gebäude umschließt wie ein Hufeisen einen zentralen Hof, der sich zur Landschaft hin öffnet. In dem Baukörper spiegelt sich die innere Organisation: zwei Gebäudeflügel, welche die Pflegewohngruppen beherbergen, werden über eine zentrale Spange miteinander verbunden. Hier befinden sich die gemeinsam genutzten Bereiche: der zentrale Hauseingang und Empfang, die Aufzüge, Dienstzimmer und Therapieräume, sowie Pflegebäder und Pflegearbeitsräume.
Während das Gebäude sich nach außen als massiver Körper mit Lochfassade zeigt, öffnet es sich zum Hof hin mit einer großflächigen Verglasung. Alle gemeinschaftlich genutzten Bereiche gruppieren sich um diesen inneren Freiraum. Die bodentiefe Verglasung zum Hof mit großzügigen Schiebetüren lässt sich fast vollständig öffnen und erweitert die Gemeinschaftsräume in den Außenbereich. Der Garten wurde für die speziellen Bedürfnisse von dementen Menschen geplant und ist barrierefrei von der Gemeinschaftsfläche im Sockelgeschoss zu erreichen.
Der Hof wird als zusätzlicher Raum wahrgenommen, ermöglicht Blickbeziehungen zu allen Bereichen des Hauses, erleichtert den Bewohnern die Orientierung und fördert die Kommunikation. Die ruhigeren Individualbereiche orientieren sich hingegen nach außen.
Wohngruppen, Material und Farbwahl
In den Pflegewohngruppen, die wie abgeschlossene Wohnungen von der zentralen Spange aus erschlossen werden, gruppieren sich die Individualräume um ein gemeinsames Zentrum aus Küche, Essplatz und Wohnraum. Ein Ort, wo die demenzkranken Menschen sich treffen, wo der Alltag stattfindet und immer eine Bezugsperson zu finden ist, die Orientierung bietet. Der zentrale Essplatz bietet ausreichend Platz und unterstützt die Bedeutung des gemeinsamen Essens. Die Küche ist offen gestaltet und erleichtert der Betreuungsperson den Überblick und die Kontaktaufnahme unter den Bewohnern. Ein Hauswirtschaftsraum steht ebenfalls zur Verfügung. Die gemeinsamen alltäglichen Hausarbeiten und das gemeinsame Kochen stellen für die Bewohner vertraute Tätigkeiten dar und schaffen Selbstbewusstsein. Eine Sofaecke und zusätzliche Sitzgelegenheiten schaffen eine wohnliche und kommunikative Atmosphäre.
Natürliche Materialien und frische Farben bestimmen die Wohnbereiche. Die Bäder sind in verschiedenen Farben und mit großformatigen Fotopaneelen so gestaltet, dass sie, obschon behindertengerecht ausgestattet, eine wohnliche und individuelle Atmosphäre fernab jedes Anstaltscharakters erhalten. In einem intensiven Planungsprozess ist es durch eine sorgfältige Auswahl von Materialien, Farben und Einrichtungen gelungen, mit einem geringen Budget ein Haus zu errichten, das den Bewohnern ein behagliches und abwechslungsreiches Zuhause bietet.
| Standort |
Bergisch Gladbach |
| Bauherr |
Evangelisches Krankenhaus |
| Leitung |
Raimund Stollberg |
| Bauaufgabe | Neubau |
| Leistungen Bösl + Eck | Leistungsphasen 1-9 HOAI |
| Ausschreibung | Positionsweise nach Gewerken |
| Bauvertrag |
Einheitspreisverträge gemäß VOB |
| Kenndaten | |
| BGF | 4.800 m² |
| BRI | 15.800 m³ |
| NF |
4.100 m² |
|
Anzahl der Pflegeplätze |
82 |
| Zeitrahmen | |
| Planungsauftrag | November 2004 |
| Bauantrag | Dezember 2005 |
| Baugenehmigung | Juni 2006 |
| Baubeginn | Juli 2006 |
| Nutzungsbeginn
|
Februar 2008 |
| Projektbeteiligte | |
| Mitarbeiter | Maren Meyer, Peer Halfwassen, Engin Esen, Sophia Pachiadakis, Magnus Müller |
| Tragwerksplanung | PMLK Ingenieure, Köln |
| Brandschutzgutachter | BFT Cognos GmbH, Aachen |
| Freiraumplanung |
FSWLA, Düsseldorf |
| Fotograf | © Lukas Roth, Bösl + Eck |