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Trommsdorff - Neues Rohstofflager

Trommsdorff (www.trommsdorff.de) produziert Arzneimittel für einen internationalen Markt. Das über 200 Jahre alte Unternehmen ist seit 1905 im Kreis Aachen ansässig und seit 1975 Teil der Ferrer Internacional S.A. Auf einem weitläufigen Betriebsgelände werden in modernen Gebäuden Medikamente hauptsächlich für Neurologie und Kardiologie hergestellt.

Als Teil der fortlaufenden Optimierung der Produktionsbedingungen und -prozesse auf der Basis der international gültigen Regelwerke (Good Manufacturing Guidelines) beauftragte Trommsdorff uns im Januar 2002 mit der Optimierung des Gebäudebestandes und der Materialflüsse bei Produktion und Lagerung.

Die Aufgabe

Der Bauherr benötigte 3.000 zusätzliche Palettenstellplätze für Rohstoffe und Verpackungsmittel der Arzneimittelproduktion. Die geltende GMP (Good Manufacturing Practice = Regeln einer guten Herstellungspraxis) und GSP (Good Storage Practice = Regeln einer guten Lagerungspraxis) für Arzneimittel waren zu beachten.

Die Grundlagen

Eine Untersuchung des Betriebs im bestehenden Lager ergab, dass die Anzahl der Materialbewegungen vergleichsweise gering ist. Die Einlagerung erfolgt mit wenigen Bewegungen großer Mengen, während die Entnahme durch eine größere Anzahl von Bewegungen kleinerer Mengen beim Bereitstellen der Rezeptzutaten und Verpackungsmittel für die Produktion gekennzeichnet ist.

Bei der Lagerung der Rohstoffe dürfen festgelegte Minimal- und Maximaltemperaturen nicht über- und unterschritten werden. Auch die Verpackungsmittel müssen temperiert werden, um ihre Verarbeitbarkeit sicher zu stellen.

Die Lagertemperaturen müssen fortlaufend dokumentiert werden. Der Zugang zum Lager muss kontrolliert und dokumentiert werden.

Gleichzeitig sollte der neue Lagerbereich unmittelbar an den bestehenden anschließen. Die Lagerung von Rohstoffen für die Arzneimittelproduktion erfordert Lagerräume mit glatten, geschlossenen Oberflächen, welche leicht zu reinigen sind.

Die Lösung

Größe und Höhe des Gebäudes ergaben sich bei Betrachtung der zur Verfügung stehenden Baufenster auf dem Gelände und der geltenden Vorschriften insbesondere des vorbeugenden Brandschutzes als wirtschaftlichste unter drei betrachteten Varianten (freistehend, angebaut mit Sprinklerung, angebaut ohne Sprinklerung).

Als Tragwerk wurde eine schwere Konstruktion aus Stahlbeton gewählt, um ein wärmeträges Gebäude zu erhalten. Zusätzlich wurde das Gebäude als Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen gemäß EnEV konzipiert und ohne Isolierung zum Erdreich ausgeführt, um auch dieses als Kältespeicher benutzen zu können.

Der Einsatz einer Verschieberegalanlage halbiert das Gebäudevolumen je Palette und kompensiert so die Mehrkosten der schweren Hülle. Gleichzeitig erlaubt dieses Lagersystem einen stufenweisen Ausbau, der dem steigenden Bedarf an Lagerkapazität in mehreren Schritten nachgeführt werden kann. Die kompakte Anordnung des Lagergutes in Verbindung mit dem Wunsch des Bauherrn nach einer absolut gleichmäßigen Temperaturverteilung im Gebäude legte die Beheizung über die Aktivierung der begrenzenden Flächen nahe. Realisiert wurde diese über die Verlegung von Heizschlangen innerhalb der Ortbeton-Bodenplatte.

Dem Wunsch nach glatten, fugenfreien inneren Oberflächen wurde durch die Verwendung von größtmöglichen Fertigteilen für Wände und Dach der Betonkonstruktion entsprochen, deren schalungsglatte Flächen dem Raum zugewandt sind.

 

 

Standort

Alsdorf

Bauherr

Trommsdorff GmbH & Co KG

Bauaufgabe Neubau
Leistungen Bösl + Eck

Projektsteuerung 1-5
Handlungsbereiche A-D der AHO
Leistungsphasen 1-8 HOAI
SIGEKO

Ausschreibung Positionsweise nach Gewerken
Bauvertrag

Einheitspreisverträge gemäß VOB

Gebäude Kenndaten  
BGF   1.170 m²
BRI 11.580 m³
NF   1.109 m²

Anzahl der
Paletten-Einstellplätze


3.060

Zeitrahmen  
Planungsauftrag 08. Januar 2003
Bauantrag 03. April 2003
Baugenehmigung 18. Juli 2003
Baubeginn 04. August 2003
Nutzungsbeginn

03. Mai 2004

Projektbeteiligte
Mitarbeiter Maren Meyer, Joachim Seehaus
Tragwerksplanung Ingenieurbüro Pfau und Helwig,Köln
Brandschutzgutachter Hagen Ingenieure für Brandschutz
Haustechnik-Planer

Klett Ingenieure, Köln

Fotograf © Lukas Roth, Bösl + Eck